Einladung zum Treffen bei der BDK

Liebe Freundinnen und Freunde,

hiermit laden wir euch herzlich zum ReformerInnen-Treffen beim Parteitag Ende Januar ein.

Im Zentrum der BDK stehen eine Diskussion über die aktuelle Bundespolitik auf Grundlage des Leitantrages “Zukunft ist, was wir draus machen” sowie verschiedene Wahlen, unter anderem des Parteivorstandes und des Parteirats. Wir treffen uns am:

Freitag, den 26.01.2018

um 21 Uhr (oder nach Ende der BDK)

im “Runden Saal”

Der Saal befindet sich im Hannover Congress Centrum, in dem auch die BDK stattfindet.

Auch für Getränke haben wir gesorgt, diese können auf Selbstzahler*innenbasis erworben werden.

Eine Anmeldung ist nicht unbedingt erforderlich, erleichtert uns jedoch die Planung. Schickt dafür einfach eine kurze Rückmeldung mit eurem Vor- und Zunamen an folgende E-Mail-Adresse: reformer.innen@mail.de

Weitere Infos zum Parteitag findet ihr hier: https://www.gruene.de/ueber-uns/2018/ausserordentliche-bundesdelegiertenkonferenz.html

 

Viele Grüße,

Franziska Brantner und Ottmar von Holtz

Eigene Stärken voranstellen: Sechs Punkte wie wir Grünen die führende Kraft der linken Mitte werden

Von Sarah von Hagen, Bennet Müller und Marcel Rohrlack

Grüne Politik ist nicht einfach. Wir waren schon immer ein bunter Haufen, der sich gleichermaßen aus den Bürgerbewegungen der APO wie aus linken Sozialdemokrat*innen, sozialliberalen Ex-FDP-Leuten und konservativen Naturschützer*innen speiste: Die Grünen waren darum nie einfach nur die linke oder rechte Abspaltung einer Partei, sondern sie einte etwas Anderes: Sie waren der alten Bundesrepublik und ihrer festgefahrenen Diskurse überdrüssig. Gleichermaßen wollte das Bündnis 90 in der ehemaligen DDR sein Land mutig weiterentwickeln. Dieser Mut, es mit den alten Strukturen aufzunehmen, macht Bündnis 90/Die Grünen aus. Das verbindende Element ist: Wir wollen Zukunft gestalten.

Als grüne Partei mit Regierungserfahrung und Regierungsverantwortung haben wir in ganz unterschiedlichen Konstellationen gezeigt, dass wir in der Lage sind, inhaltliche Angebote jenseits von „Zielgruppen“ zu machen. Die Verantwortung für die nachkommenden Generationen ist nicht an soziale Schichten oder Milieus geknüpft. Wir richten unseren Blick auf die gesamte Gesellschaft, nicht nur wie etwa die SPD oder die Linkspartei auf bestimmte Milieus, also die Industriearbeiter oder die prekär Beschäftigten und Arbeitslosen. Unter dem Leitmotiv der Nachhaltigkeit werden diese Gruppen nicht gegeneinander ausgespielt.

Toni Hofreiter hat es nach seiner Wiederwahl gesagt und Tarek Al-Wazir hatte mit anderen gemeinsam bereits 2009 einen Antrag dazu formuliert: Wir Grünen sind die Führungskraft der linken Mitte. Aber wie sieht dieser inhaltliche Führungsanspruch aus? Wenn man ihn als den Anspruch, die führende progressive Kraft zu sein definiert, bedeutet das, dass wir Grünen die Modernisierungspartei in Deutschland sein müssen, ein Ideenmotor, eine Kraft, die Veränderungen entschlossen vorantreibt. Wenn andere Parteien versuchen, krampfhaft am Status Quo herumzudoktern oder sogar einem Zerrbild der Vergangenheit nachtrauern, dann muss es umso mehr unsere Aufgabe sein, ein Bild von der Zukunft, wie sie nach unseren Vorstellungen aussehen soll, zu zeichnen. Dafür sind sechs Punkte entscheidend: Weiterlesen →

Unsere Zukunft

Ein Beitrag von Susanne Scherer

Ich träume von einer Grünen Partei, in der Meinungen nicht mehr in Flügeln organisiert sind, sondern Positionen bedeuteten, die durch Personen kenntnisreich und argumentativ stark verkörpert werden. Auf Bundesdeligiertenkonferenzen können diese Personen ihre fundierten Positionen derart kommunizieren, dass auch der Letzte versteht, worum es geht. Grüne Positionen werden dann nicht mehr in Flügeltreffen verabredet, sondern von Deligierten frei gewählt, die sich – in wechselnden Mehrheiten – mal unter Anträgen von (eher) Reformer*innen, mal unter Anträgen von (eher) Linken wiederfinden und niemandem dafür Erklärungen schuldig sind. Ich träume von grüner Freiheit im Kopf und im Herzen, wo vor allem überzeugende Argumente und ebenso kenntnisreiche wie leidenschaftliche Vertreter*innen dessen, unsere Positionen formen und nichts sonst.

Ein Beispiel wäre das alte Streitthema Soziale Gerechtigkeit: Ja, wir müssen Menschen vor allem ermächtigen, ihren Weg zu gehen (Reformer*innen-Position), indem wir für eine große gesellschaftliche Chancenvielfalt sorgen. Dazu gehört auch, dass Arbeit, die noch immer als weniger wertvoll gilt, also derzeit unbezahlte Arbeit, in breitem gesellschaftlichem Konsens aufgewertet und vielleicht sogar mit einem Entgeltsystem bedacht wird. Aufstiegschancen und Bildung für jeden und jede müssten ins Zentrum rücken. Weiterlesen →

Die Stärke der Vielfalt: Vom Vorteil, eine streitfreudige Partei zu sein

Beitrag von Annette Standop zum Beschluss des Länderrates zur Aufnahme von Sondierungsgesprächen:

Manchmal frage ich mich schon, wie es eine Partei wie Bündnis 90/Die Grünen geschafft hat, nicht nur ihre ersten turbulenten Jahre zu überstehen, sondern bis heute eine gestaltende Kraft in der Bundesrepublik Deutschland zu sein. Wer an die Grünen denkt, denkt beinahe automatisch an Flügelkrach, ausufernde Parteitage und unablässige Auseinandersetzungen zwischen grundsätzlich gesellschaftskritischem und pragmatischem Politikstil. Einem Politikstil wohlgemerkt, der sich weniger an der inhaltlichen Seite festmacht als vielmehr an der Frage, wie und vor allem in Partnerschaft mit wem die eigenen Inhalte umgesetzt werden sollen.

In diese Szenerie bin ich im Jahr 2009 eingetaucht, als ich den Grünen in Bonn beigetreten war. Heute, acht Jahre und einige Wahlen später, kann ich sagen: Manche inhaltliche Vorbehalte, die ich zuvor den Grünen gegenüber hatte, haben sich bestätigt, aber einige haben sich bei näherer Betrachtung als Glücksfall und große Stärke dieser Partei herausgestellt. Die Stimmenvielfalt, die Diversität in dieser Partei und vor allem die Art und Weise, wie in sämtlichen Gliederungen und Gremien vom Ortsverband bis hin zur Bundespartei, von den Kommunalparlamenten bis hin zum Bundestag mit dieser Vielfalt umgegangen wird, ist ein großes Pfund, mit dem sie wuchern kann, und macht sie grundsätzlich zu einer Vorlage für das, was jetzt möglicherweise Realität wird: der Bildung und Umsetzung einer Jamaika-Koalition auf Bundesebene. Weiterlesen →